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„Zufriedenheit der Anwender steigt“

IT-Ausstattung in Pfarreien: Bistum bringt Konzept auf den Weg
„Zufriedenheit der Anwender steigt“
„Zufriedenheit der Anwender steigt“
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Hohe Datensicherheit, guter Support, individuelle Erweiterungsmöglichkeiten: Das Bistum Limburg hat bei der IT-Ausstattung in den Pfarreien neuen Typs ein neues Konzept auf den Weg gebracht.  Der Standard DiöNet 1.1 berücksichtigt viele Rückmeldungen und Anregungen aus den Pfarreien.

DiöNet 1.1 – Was ist das?

Herzstück des Standards ist das Diözesannetzwerk DiöNet. Jede Pfarrei neuen Typs im Bistum Limburg soll langfristig direkt daran angebunden werden. Auf der Online-Plattform des DiöNet können viele Arbeiten erledigt werden, die in den Zentralen Pfarrbüros anfallen. Mit der zur Verfügung gestellten Software KIP (Kassen im Pfarrbüro) lässt sich ganz leicht eine Barkasse führen. Mit Hilfe eines gemeinsamen Kalenders können Termine vom Sekretariat schnell koordiniert werden. Eine andere Software ermöglicht das problemlose Buchen von Räumen in der Pfarrei und gibt einen Überblick darüber, welche Räume frei sind. Für die Textverarbeitung steht Microsoft-Office zur Verfügung, mit dem bereits jetzt viele Pfarrbüros arbeiten. Hinzu kommt noch die Technik für Drucker, Monitore und vernetzte Telefonie. In der Testphase befindet sich eine bistumseigene Cloud, mit der später größere Datenmengen leicht und sicher über das Internet ausgetauscht werden können. 

Zu Beginn habe es Probleme mit dem DiöNet gegeben, die das Arbeiten im Zentralen Pfarrbüro bei einigen Anwendungen erschwert hätten, räumt Dirk von Juterzenka-Kuhn, Leiter der Abteilung IT, ein. Durch das Nachrüsten der Server habe die IT aber Geschwindigkeitsprobleme in den Griff bekommen. Mittlerweile sei das Arbeiten in der Web-Umgebung gut möglich.

Mehrwert für die Pfarreien neuen Typs  

„Wenn die Pfarrei den Standard 1.1 wählt, dann wird sie durch die IT aus dem Bistum betreut. Das  der Planung, über den Aufbau bis zur späteren Betreuung der Hardware. Und auch um die Installation und Betreuung der Software kümmern wir uns“, erklärt von Juterzenka-Kuhn einige Vorteile. „Die IT macht den kompletten Service rund um das, was vor Ort anfällt.“ Mache zum Beispiel ein Drucker Schwierigkeiten, kümmert sich ein IT-Mitarbeiter in Limburg umgehend um das Problem. Klappe dies nicht per Fernwartung aus Limburg, fahre ein Mitarbeiter zur Pfarrei neuen Typs, um das Problem vor Ort zu lösen, so von Juterzenka-Kuhn. Und was geschieht bei lästigen Software-Updates? Auch hier könnten sich die Pfarreien auf die IT-Abteilung verlassen, sagt von Juterzenka-Kuhn. Limburg sorge dafür, dass die von den Pfarreien genutzten Standard-Programme immer aktuell sind.   

Das Umstellen auf den neuen Standard sei aber noch aus einem weiteren Grund für die Pfarreien attraktiv: Das Bistum übernimmt alle Kosten für die Umstellung und Wartung, erklärt von Juterzenka-Kuhn. „Das ist ein großer Mehrwert für die Pfarreien, die in der Vergangenheit immer wieder auf ihre eigenen Budgets zurückgreifen mussten.“ 

Datenschutz und Datensicherheit spielen eine große Rolle

Beim neuen Standard spielen auch die Themen Datensicherheit und Datenschutz eine große Rolle, erklärt von Juterzenka-Kuhn. Daten würden deshalb nicht mehr lokal, sondern nur noch auf zentralen Servern nach hohen datenschutzrechtlichen Standards gesichert werden. Im bayerischen Eichstätt, wo die Server des Bistums Limburg stehen, sind fünf Mitarbeiter allein für die Sicherheit zuständig. Hacker und Datendiebe haben es da schwer. Sensible Daten könnten nicht in fremde Hände fallen und zweckentfremdet werden.

„Der Datenschutz ist für unser Bistum sehr wichtig: Wir bekommen sehr sensible Daten von staatlichen Stellen. Mit denen müssen wir sehr verantwortungsvoll umgehen.“ Das Bistum stehe laut von Juterzenka-Kuhn in der Pflicht, die Kirchengemeinden auf ihre Verantwortung zur Einhaltung des Datenschutzes hinzuweisen, andererseits aber dafür auch einen geeigneten Rahmen zu gewährleisten. Aufgabe der IT-Abteilung sei es im Moment, eine Balance zu finden zwischen guten Zugangsmöglichkeiten für die Pfarreien und einem hohen Schutz der Daten.

Leicht ist das nicht. „Wir suchen nach praktikablen Lösungen“, erklärt von Juterzenka-Kuhn. Um den Pfarreien entgegenzukommen, will man ihnen für aufwendigere Arbeiten – etwa Bild- oder Videoschnitt – zusätzliche PC‘s, sogenannte FAT-Clients, zur Verfügung stellen. Und auch die geplante bistumseigene Cloud soll es leichter machen, Ehrenamtliche einzubinden. Ist ein Mitarbeiter im Bistum unterwegs, kann er über internetfähige Geräte auf seine Daten zugreifen. Mobiles Arbeiten ist ein klarer Vorteil, meint von Juterzenka-Kuhn.   

Flexibilität und Erweiterungsmöglichkeiten für die Pfarreien

Der Standard DiöNet 1.1 bietet auch mehr Flexibilität und Gestaltungsspielraum für die Pfarreien neuen Typs. Wer sich für DiöNet 1.1 entschieden hat, kann trotzdem noch zusätzliche Soft- und Hardware auf eigene Verantwortung und Kosten anschaffen. Wenn eine Pfarrei die Umstellung in Etappen absolvieren möchte, kann sie sich für die Option „DiöNet light“ entscheiden. Die Pfarrei erhält in dieser Variante einen Zuschuss vom Bistum, mit dem sie dann Hardware und Support alleine finanzieren muss.  

 „Das überarbeitete Konzept greift die Rückmeldungen von Mitarbeitenden aus den Pfarreien auf und berücksichtigt die alltägliche Arbeitsweise und die Anforderungen in den Zentralen Pfarrbüros. Daher glauben wir, dass den Pfarreien jetzt ein guter und praktikabler IT-Standard zur Verfügung steht“, erklärt von Juterzenka-Kuhn.  

Das Bistum hat schon früh auf den Austausch mit Gemeinden und Berufsgruppen gesetzt. Bei mehreren Treffen einer Resonanzgruppe brachten Pfarrer, Pfarrsekretärinnen und Pastorale Mitarbeiter aus den Pfarreien Kritikpunkte und Wünsche zur Sprache. Dass es jetzt eine eigene Cloud-Lösung geben wird, war einer der Vorschläge aus der Resonanzgruppe, der umgesetzt werden konnte. „Wir bekommen jetzt aus den neuen Pfarreien zunehmend Rückmeldungen, dass das weiterentwickelte IT-Konzept im Büroalltag besser greift“, freut sich von Juterzenka-Kuhn. „Die Arbeitszufriedenheit der Anwender steigt. Und das ist für uns natürlich ein Ansporn, das Angebot im DiöNet weiter zu verbessern.“