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Mehr Freiräume für die Seelsorge
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Mehr Freiräume für die Seelsorge

Verwaltungsleiter sollen in einem Pilotprojekt Pfarreien unterstützen

Mehr Freiräume für die Seelsorge

Verwaltungsleiter sollen in einem Pilotprojekt Pfarreien unterstützen

Haupt- und Ehrenamtliche bei der Verwaltung einer Pfarrei entlasten und Freiräume für die Seelsorge schaffen. Das ist eines der wichtigsten Ziele des neuen Pilotprojektes Verwaltungsleiter im Bistum Limburg.

Verwaltung eines mittelständischen Unternehmens

"Die Rückmeldungen aus den Pfarreien zeigen uns, dass es Situationen gibt, in denen wir Haupt- und Ehrenamtliche bei Verwaltungsaufgaben noch stärker unterstützen und entlasten müssen", erklärt Gordon Sobbeck, der Finanzdezernent des Bistums Limburg. Die strukturellen Rahmenbedingungen in manchen neuen Pfarreien bedingen eine Fülle von Aufgaben und Themen, die nicht immer von einem Pfarrer oder ehrenamtlichen Verwaltungsrat gestemmt werden können. "Manche neue Pfarrei hat die Größe und Finanzkraft eines mittelständischen Unternehmens. Die Steuerung von Baumaßnahmen oder die Klärung von haushaltsrechtlichen Fragen gewinnen dadurch immer höhere Bedeutung und erfordern mehr fachübergreifendes Wissen", so Sobbeck.

Bislang werden den Pfarrern und ehrenamtlichen Verwaltungsräten in den Pfarreien neuen Typs sogenannte Verwaltungsnavigatoren zur Seite gestellt. Mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre im Pfarreiwerdungsprozess und den Rückmeldungen, soll nun geprüft werden, ob eine Erweiterung der Kompetenzen und Aufgaben der Verwaltungsnavigatoren, die geforderte Entlastung bringen kann. Das Pilotprojekt wird erkunden, ob Verwaltungsleiter in den Pfarreien neuen Typs, Haupt- und Ehrenamt entlastet und Freiräume gibt. "Der Verwaltungsleiter könnte bestimmte Aufgaben vor Ort wie etwa Personalverantwortung und die Immobilienbetreuung abdecken und bei bestimmten Fragestellungen eigenständig entscheiden", sagt der Finanzdezernent. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Verwaltungsräte soll und wird es auch künftig nicht gehen: "Wir wollen unterstützen und stärken, nicht ersetzen", sagt Sobbeck und hofft, dass durch eine Entlastung neue Attraktivität für ehrenamtliches Engagement gewonnen werden kann.

Praxisphase von April bis September 2016

In einem Pilotprojekt soll nun der konkrete Unterstützungsbedarf festgestellt und daraus eine Stellenbeschreibung für einen Verwaltungsleiter entwickelt werden. Dabei werden die verschiedenen Anforderungen aller Pfarreien im Bistum Limburg berücksichtigt. In einem ersten Schritt sollen aus der Gruppe der Verwaltungsnavigatoren Pilot-Verwaltungsleiter gewonnen werden. Da die Verwaltungsnavigatoren ihre jeweiligen Pfarreien verwaltungstechnisch gut kennen, wird aus einer der Pfarreien, die sie betreuen, dann die Pilot-Pfarrei. Mit den Haupt- und Ehrenamtlichen in diesen Pilot-Pfarreien werden dann Gespräche geführt, um eine erste spezifische Stellen- und Aufgabenbeschreibung zu erstellen. Zeitgleich werden die Pilot-Verwaltungsleiter qualifiziert. Von April bis September 2016 ist die Praxis-Phase des Projektes geplant: Die Verwaltungsleiter sind in dieser Zeit in den Pfarreien tätig und übernehmen die mit der Pfarrei entwickelten erweiterten und notwendigen Aufgaben. Nach dieser zweiten Phase beginnt die Auswertung der Erfahrungen und Ergebnisse. Die Bistumsleitung wird dann entscheiden, ob das Modell der Verwaltungsleitung bistumsweit eingeführt werden soll.

Gordon Sobbeck sieht in dem neuen Pilotprojekt zahlreiche Chancen: Er hofft auf eine spürbare Entlastung von Pfarrern und Ehrenamtlichen. "Entscheidungswege können sich verkürzen und die Bereiche der Organisation und Betriebswirtschaft werden weiter professionalisiert", so Sobbeck. Auch im Bischöflichen Ordinariat spiegle sich das Projekt wider. Die Zusammenarbeit zwischen dem Fachdezernat und den Pfarreien werde gestärkt. (StS)