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Eine adäquate Unterstützung
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Eine adäquate Unterstützung

Bistum etabliert Verwaltungsleitungen in Pfarreien neuen Typs

LIMBURG.- Das Bistum Limburg will im kommenden Jahr bis zu zehn Verwaltungsleitungen für die Pfarreien neuen Typs einführen. Dadurch sollen Pfarrer und ehrenamtliche Verwaltungsräte bei der Verwaltung der Pfarrei entlastet und unterstützt werden.

Seit April 2016 hatte die Diözese in vier verschiedenen Pfarreien neuen Typs erkundet, wie eine adäquate hauptamtliche Unterstützungsleistung aussehen kann. In der Projektphase konnte geklärt werden, welche Kompetenzen, welche Vollmachten und welches Profil eine Verwaltungsleitung braucht, um effektiv unterstützen zu können. "Insgesamt 73 Prozent der interviewten Personen in den Pilotpfarreien sehen das Modell als Erfolg an. Wesentliche Kriterien für diese Einschätzung war die Professionalisierung der Arbeit vor Ort sowie die Entlastung der Pfarrer und der Verwaltungsräte", erklärt Achim Zenner, Projektleiter im Bischöflichen Ordinariat.

Ausgangspunkt für das Pilotprojekt waren die Rückmeldungen von Pfarrern und ehrenamtlichen Verwaltungsräten aus dem Pfarreiwerdungsprozess, dass es mehr Unterstützung vom Bischöflichen Ordinariat bei der Verwaltung der Pfarrei geben solle. "Die strukturellen Rahmenbedingungen in manchen neuen Pfarreien bedingen eine Fülle von Aufgaben und Themen, die nicht immer von einem Pfarrer oder ehrenamtlichen Verwaltungsrat allein gestemmt werden können. Manche neue Pfarrei hat die Größe und Finanzkraft eines mittelständischen Unternehmens. Die Steuerung der Pfarrei in finanzwirtschaftlichen Fragen sowie die Koordination von Baumaßnahmen gewinnen dadurch immer höhere Bedeutung und erfordern mehr fachübergreifendes Wissen", sagt Gordon Sobbeck, Finanzdezernent im Bischöflichen Ordinariat.

Das Pilotprojekt hat zudem eine Fülle von weiteren Aufgaben ausgemacht, die auf die Verwaltungsleitungen warten und künftig von ihnen erledigt werden sollen. "Wir suchen Generalisten mit Erfahrung im Bereich der Verwaltung, im Finanzwesen und in der Personalführung", sagt Zenner und macht zugleich deutlich, dass all diese Aufgaben ohne das Engagement von Ehrenamtlichen nicht zu bewältigen seien. "Wir setzen auf das Ehrenamt und wollen unterstützen, nicht ersetzen", erklärt Sobbeck. Das Aufgabenportfolio in der Verwaltung einer Pfarrei sei so groß, dass auf den Einsatz, das Wissen und die Erfahrung von ehrenamtlichen Verwaltungsräten nicht verzichtet werden könne. Es sei jedoch immer schwerer, Frauen und Männer zu finden, die in diesem wichtigen Gremium Verantwortung übernehmen wollen. "Wir hoffen, dass die neuen Verwaltungsleitungen durch ihre Arbeit helfen, das Ehrenamt langfristig attraktiver zu machen", sagt der Finanzdezernent.

Wann weitere Verwaltungsleitungen mit ihrer Arbeit in den Pfarreien neuen Typs beginnen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest. Alle Pfarreien neuen Typs werden in den kommenden Wochen ausführliche Informationen zum Modell und zum Verfahren der Zuweisung von Verwaltungsleitungsstellen bekommen. Bis März wird sich entscheiden, welche Pfarrei als nächstes eine Verwaltungsleitung erhalten wird. Im Laufe des Jahres sollen dann bis zu zehn vom Diözesankirchensteuerrat genehmigten Stellen besetzt werden. Weitere Stellen sollen dann in den kommenden Jahren folgen. In zwei Jahren wird das Modell der Verwaltungsleitung evaluiert.